Skulpturenrundgang historische Altstadt Dresden

13. Skulpturenrundgang historische Altstadt (Sightseeing Dresden)

Route:

Sophienstraße/Cholerabrunnen/Taschenbergpalais – Zwingerhof – Theaterplatz (Semperoper) – Brühlsche Terrasse – Georg-Treu-Platz (Albertinum) – Neumarkt (Frauenkirche) – Jüdenhof – Altmarktgebiet (Altmarkt, Kreuzkirche, Weiße Gasse, Kreuzstraße, Gewandhausstraße).

Bei „normalen“ Stadtbesichtigungen/Stadtführungen werden Bauwerke in der Regel in ihrer Gesamtheit wahrgenommen, für Details bleiben Zeit und Gelegenheit eher wenig.

Der Zwinger, die Kathedrale Ss. Trinitatis (ehemalige Katholische Hofkirche), vor allem aber auch die repräsentativen Gebäude des 19. Jahrhunderts sind jeweils mit einem derart reichhaltigen Skulpturenprogramm versehen, das sich bei bloßem Betrachten nicht erschließt, sondern das einer Erklärung/Erläuterung bedarf.

Beginn:

am Standort der 1962/63 beseitigten Sophienkirche (in unmittelbarer Nähe von Postplatz und Zwinger), Gedenkstätte für die Opfer der Bombenangriffe des 13. Februar 1945 und Erinnerungsstätte an die am 13. Februar 1945 schwer getroffene Sophienkirche, 1962 beseitigt,

im !4. Jahrhundert errichtet als Franziskanerklosterkirche, ab 1602 Sophienkirche genannt, evangel. Hofkirche ab 16.06.1737, an deren Silbermannorgel (1720/21 erbaut, 1945 vernichtet) in den Jahren von 1733 – 1746 Wilhelm Friedemann Bach (1710 – 1784), ältester Sohn Johann Sebastian Bachs (1685 – 1750), als Organist gewirkt hatte. Grundriss der Sophienkirche am Boden angedeutet, fünf Stelen, die an die Strebepfeiler der Sophienkirche erinnern sollen, Gedenkstätte Busmannkapelle,

Cholerabrunnen in neogotischer Gestalt von 1841 oder 1843, entworfen von Gottfried Semper (1803 – 1879), dem Architekten der Semperoper (Königliches Hoftheater) und des Galeriegebäudes der Gemäldegalerie Alte Meister, der Cholerabrunnen war geschaffen worden von Bildhauer Julius Moritz Seelig (1809 – 1887) in Erinnerung an eine 1840/41 in Europa wütende Choleraepidemie, vor der Dresden verschont geblieben war,

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Langgalerie des Zwingers zu Dresden mit dem Kronentor auf der Mauer der Festung Dresden, davor der Zwingergraben

Kronentor des Zwingers zu Dresden mit den Figuren Ceres und Vulkan von Balthasar Permoser (1651 – 1732), Bacchus von Johann Joachim Kretzschmar (1677 – 1740) und Pamonia (auch als Flora bezeichnet) von Paul Egell (1691 – 1752), Allegorien der vier Jahreszeiten darstellend,

nicht näher bestimmbare Krone auf dem Kronentor, darunter vier Adler, die sich vielleicht mehr auf das zweimalige Reichsvikariat des Kurfürsten Friedrich August I. beziehen (1705 nach dem Tode von Kaiser Leopold I. und 1711 nach dem Tod von Kaiser Joseph I.), als auf die polnische Königswürde, die Friedrich August I. 1697 erworben hatte,

auf dem Wallpavillon des Dresdner Zwingers der Hercules Saxonicus, die Weltkugel tragend, ca. 1716/18 von Balthasar Permoser als Apotheose (Vergöttlichung, Verherrlichung, Divinisierung) des Kurfürst-Königs Augusts des Starken geschaffen (geb. 1670, 1694 Kurfürst Friedrich August I., 1697 Konversion zur Katholischen Kirche und König August II. von Polen, 1733 in Warschau gestorben),

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Wallpavillon mit dem Hercules Saxonicus als Bekrönung

am Wallpavillon das Parisurteil Paul Heermanns (1673 – 1732) von 1717/18 mit Friedrich August I. (August der Starke) als Paris, statt des goldenen Apfels die polnische Königskrone in den Händen tragend, sowie Aphrodite, Athene und Hera,

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Wappenschild (Kartusche) am Wallpavillon, darüber der Hercules Saxonicus

die Satyrhermen Balthasar Permosers am Wallpavillon, barocke Brunnenanlage „Nymphenbad“ an der Nordwestseite des Zwingers neben dem Wallpavillon, das Nymphenbad war während der umfassenden Zwingerrestaurierung 1924 – 1936 durch die Zwingerbauhütte unter der Leitung von Hubert Ermisch und Arthur Frenzel ergänzt worden, in deren Händen auch die Leitung des Wiederaufbaus ab 1945 bis in die Mitte der 1960er Jahre lag,

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Im Nymphenbad

an der Elbseite des Zwingers das Gebäude der Gemäldegalerie Alte Meister, 1847 – 1855 nach Plänen von Gottfried Semper errichtet, Bauleitung nach Sempers Flucht aus Dresden aufgrund von dessen Teilnahme an der Revolution von 1849 durch Karl Moritz Haenel, mit einem Figurenprogramm von Ernst Rietschel (1804 – 1861), Ernst Julius Hähnel (1811 – 1891) und Johannes Schilling (1828 – 1910),

auf der Zwingerhofseite: Raffael und Michelangelo von Ernst Julius Hähnel, Dante Alighieri, Johann Wolfgang von Goethe, Giotto di Bondone (1266 – 1337), Hans Holbein d. J. (1497 – 1553), Albrecht Dürer (1471 – 1528), Peter von Cornelius (1783 – 1867),
auf der Theaterplatzseite: Hesiod, Homer, Perikles, Phidias, Lysippos, Alexander der Große u. a.,

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Gebäude der Gemäldegalerie Alte Meister von Gottfried Semper vom Theaterplatz aus

auf dem Theaterplatz:

Denkmal Carl Maria von Webers (geb. 1783 in Eutin/Schleswig-Holstein, seit Januar 1817 Königlich sächsischer Kapellmeister in Dresden, gest. 1826 in London, Überführung 1844 auf Veranlassung seines Nachfolgers im Amte eines Königlichen Hofkapellmeisters Richard Wagner nach Dresden, Grabstelle auf dem Alten Katholischen Friedhof in der Friedrichstadt), Denkmal Carl Maria von Webers geschaffen zwischen 1855/60 von Ernst Rietschel,

Denkmal König Johanns (1801 – 1873), der noch als zweitgeborener Prinz (secundus) unter dem Namen Philalethes (Freund der Wahrheit/der Wahrhaftigkeit) Dante Alighieris Divina Commedia (Göttliche Komödie) übersetzt hatte, König-Johann-Denkmal geschaffen 1882 – 1889 von Johannes Schilling mit Darstellungen von Kunst, Wissenschaft, Industrie, Wehrkraft, Landwirtschaft sowie Handel und Verkehr: Buchhandel, Fotografie, Dampflokomotive, Telegramm u. a.,

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Denkmal König Johanns (Philalethes) – (das Vorbild des Reiterstandbildes des römischen Kaisers Mark Aurel [Marcus Aurelius] auf dem Kapitol in Rom ist offensichtlich)

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Semperoper, davor auf dem Theaterplatz Denkmal König Johanns (Philalethes)

zweites nach Plänen von Gottfried Semper 1871 – 1878 errichtetes Hoftheater (Semperoper), am Haupteingang Skulpturen Johann Wolfgang von Goethes und Friedrich Schillers von Ernst Rietschel, geschaffen für das 1869 abgebrannte erste Hoftheater Gottfried Sempers, errichtet 1838 – 1841, Skulpturen Shakespeares und Molieres von Ernst Julius Hähnel,

Figuren der antiken und neuzeitlichen Dramatik an der Zwingerseite und der Elbseite der Semperoper, an der Exedra des Opernhauses vier Musen: Polyhymnia, Thalia, Melpomena und Therpsichore, Pantherquadriga mit Dionysos und Ariadne (aus den altgriechischen Dionysischen Festspielen war das antike Theater entstanden) von Johannes Schilling,

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Pantherquadriga mit Dionysos und Ariadne auf der Exedra der Semperoper

Heiligenfiguren von Lorenzo Mattielli (1688 – 1748) und seinen Gehilfen (Bildhauern  und Steinmetzen) an der 1739 – 1751/1754 nach Plänen von Gaetano Chiaveri (1689 – 1770) errichteten katholischen Hofkirche Ss. Trinitatis, seit 1980 Kathedrale des Bistums Dresden-Meißen,

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Kathedrale Ss. Trinitatis vom Schlossplatz aus, rechts hinten die Semperoper am Theaterplatz

u. a. (Auswahl): die vier Evangelisten an der Haupteingangsseite am Altstädter Brückenkopf der Augustusbrücke, die Kirchenväter Ambrosius und Augustinus auf der Hochaltarseite,

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St. Augustinus

Bischof Benno von Meißen auf der Balustrade des Hauptschiffes, Heilige, die in der Entstehungszeit bzw. den Besitztümern der Habsburger besondere Verehrung genossen (Maria Josepha, geb. 8.12.1699 in Wien, gest. 17.11.1757 in Dresden, die Gemahlin Friedrich Augusts II., Sohn Augusts des Starken und Christane Eberhardines von Brandenburg-Bayreuth, war eine Tochter Kaiser Josephs I. aus dem Hause Habsburg, während derer Regentschaft der Bau der Hofkirche erfolgte), insgesamt befinden sich 78 Heiligenfiguren am Außenbau der Kathedrale,

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Heiligenfiguren an der Kathedrale Ss. Trinitatis

Schlossplatz:

auf dem Schlossplatz östlich der Kathedrale SS. Trinitatis Denkmal König Friedrich Augusts des Gerechten (1750 – 1827, Kurfürst ab 1763, König von Sachsen ab 1806), geschaffen 1843 von Ernst Rietschel (1804 – 1861), Sockelentwurf von Gottfried Semper,

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Denkmal König Friedrich Augusts des Gerechten

Georgentor, 1889 – 1901 nach Entwürfen von Gustav Dunger (1845 – 1920) und Gustav Frölich (1858 – 1935) geschaffen mit dem alten Elbtor des ursprünglichen Georgentores von 1535 an der Westseite des Neubaus von 1901, an der Fassade am Schlossplatz Reiterstandbild Herzog Georgs des Bärtigen (geb. 1471, Herzog ab 1500, gest. 1539) von Christian Behrens (1852 – 1905), an der Fassade des Georgentores zum Schloßplatz der Wahlspruch der katholischen Wettiner: providentiae memor (der Vorsehung eingedenk),

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Schlossplatz, links Georgenbau des Residenzschlosses mit dem Georgentor, rechts der Hausmannsturm des Residenzschlosses, ganz rechts Teile der Fassade der Kathedrale Ss. Trinitatis

Neues Ständehaus (1900 – 1906) von Paul Wallot (1841 – 1912), dem Architekten des Reichstagsgebäudes in Berlin, mit allegorischen Darstellungen von Wahrheit, Gesetz, Gerechtigkeit und Standhaftigkeit, Nährstand (Demeter) und Wehrstand (Mars), auf dem Turm des Neuen Ständehauses Figur der Saxonia (1905) von Johannes Schilling,

an der 1814 nach Entwürfen von Gottlob Friedrich Thormeyer (1757 – 1842) geschaffenen Treppe zur Brühlschen Terrasse vom Schlossplatz aus Allegorien der Vier Tageszeiten (Morgen, Mittag, Abend und Nacht), entworfen von Johannes Schilling, 1869 von Franz Joseph Schwarz (1841 – 1911) aus Sandstein ausgeführt, 1908 in Bronze gegossen,

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Allegorie „Mittag“ aus dem Skulpturenzyklus „Vier Tageszeiten“ an der Freitreppe zur Brühlschen Terrasse, dahinter das Neue Ständehaus (OLG und Landesamt für Denkmalpflege)

auf der Brühlschen Terrasse:

Denkmal für Ernst Rietschel, den Nestor der Dresdner Bildhauerschule des 19. Jahrhunderts, 1876 geschaffen von Johannes Schilling mit Relieffiguren: Geschichte (mit Schrifttafel), Religion (mit Kreuz und Bibel) und Poesie (mit einer Lyra), drei Knaben, einer modelliert eine Büste von Gotthold Ephraim Lessing, einer meißelt eine Büste von Christian Daniel Rauch, einer zeichnet – das Denkmal für Ernst Rietschel war in Lauchhammer gegossen worden,

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Denkmal für Ernst Rietschel

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Assistenzfiguren am Denkmal für Ernst Rietschel: drei Knaben, einer modelliert, einer meißelt, einer zeichnet

Sieben-Bastionen-Installation (1990) von Vinzenz Wanitschke (1932 – 2012), Dresden, zur Erinnerung an die Umbenennung der Bastionen der Festung Dresden im Jahre 1721 durch August den Starken, die nach Sonne (Sol), Mond (Luna), und Planeten unseres Sonnensystems (Jupiter, Saturn, Merkur, Mars, Venus) benannt wurden,

Kunstakademie und Ausstellungsgebäude, 1887 – 1894 unter Konstantin Lipsius errichtet, mit einer Fama, Göttin des Ruhmes und des Gerüchtes (Fama est [lat.]: Es geht das Gerücht, es wird gesagt…), auf der Kuppel des Ausstellungsgebäudes („Zitronenpresse“ genannt), Entwurf der Skulptur von Robert Henze,

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Kuppel des Ausstellungsgebäudes („Zitronenpresse“) mit Fama

über dem Hauptportal allegorische Darstellung der vier Kunstgattungen: Malerei (mit Palette und Pinsel), Bildhauerei (mit Hammer und Meißel), Architektur (mit Reißbrett und Zirkel) und Kupferstecherei (mit Stichel und Kupferplatte), geschaffen von Carl Röder (1854 – 1922),
am Haupteingang der Kunstakademie Zwickelfiguren „Antike“ und „Renaissance“ von Heinrich Epler (1846 – 1905),
über dem Portikus des Ausstellungsgebäudes eine Darstellung (1892) einer Athene, Beschützerin der Künste, flankiert von Prometheus und Psyche, Figurengruppe geschaffen von Johannes Schilling,

Verkörperungen der (neben Dresden) vier bedeutendsten Kunststädte im deutschen Sprachraum: Wien, Berlin, München und Düsseldorf,
Saxonia (1890) von Johannes Schilling, der die Werke verschiedener Kunstgattungen (Bildhauerei, Architektur, Malerei und Kupferstecherei) offeriert werden,

am Portal des Ausstellungsgebäudes Darstellungen von Kunstschaffenden:

der Maler Peter von Cornelius (1783 – 1867), geschaffen von Gustav Adolph Kietz (1824 – 1908), der Bildhauer Christian Daniel Rauch (1777 – 1857), geschaffen von Herrmann Hultzsch (1837 – 1905), einem Schüler Ernst Rietschels,

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Eingang des Ausstellungsgebäudes

Reliefporträts von Martin Engelke (1852 – 1932) mit Darstellungen von Johann Joachim Winckelmann (geb. 1717 in Stendal – 1768, in Triest ermordet), dem Begründer der Klassischen Archäologie und der Kunstgeschichte als separater Wissenschaftsdisziplin, der in Nöthnitz bei Dresden, heute Bannewitz-Nöthnitz, als Bibliothekar des Grafen von Bünau von 1748 – 1755 gewirkt hatte, sowie des klassizistischen Architekten und Malers Karl Friedrich Schinkel (1781 – 1841),

an der Fassade am Georg-Treu-Platz Darstellungen von „Religion“ (mit Kreuz), „Geschichte“ (mit Schreibgerät) und „Poesie“ (mit Lyra), „Drei Parzen“ (Schicksalsgöttinnen), den christlichen Kardinaltugenden: Glaube (mit Bibel), Liebe (mit Kind) und Hoffnung (mit Anker) sowie „Drei Grazien“ (Töchter des Zeus) als Symbole des Schönen,

zwei Wappenhalter am Eingang mit dem Dresdner (rechts) und dem sächsischen Wappen, geschaffen von Friedrich Rentsch (1836 – 1899),

an der Freitreppe zum Georg-Treu-Platz zwischen Kunstakademie und Albertinum Denkmal (1892) Gottfried Sempers, den Architekten des (zweiten) Königlichen Hoftheaters (Semperoper), wie auch der 1869 abgebrannten ersten Semperoper (1838 – 41 errichtet) und des Galeriegebäudes (1847 – 54) der Gemäldegalerie Alte Meister in Feldherrenpose darstellend, geschaffen von Johannes Schilling,

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Denkmal Gottfried Sempers, dahinter Kuppel und Laterne der Frauenkirche und rechts das Ausstellungsgebäude der Kunstakademie mit der Fama auf der Kuppel

auf dem Georg-Treu-Platz überlebensgroße Bronzeplastik „Großer Trauernder“ (1983) von Wieland Förster (geb. 1930) zum Gedenken an die Opfer der Bombenangriffe auf Dresden am 13. und 14. Februar 1945,

auf der Brühlschen Terrasse:

Delphinbrunnen, wohl 1749 von Pierre Coudray (1713 – 1770) geschaffen, 1945 zerstört, in den 1950er Jahren durch Werner Hempel (1904 – 1980) neu gestaltet,

Denkmal für Caspar David Friedrich (1774 – 1840), 1988 – 1990 entstanden, entworfen von Wolf Eike Kuntsche (geb. 1941), Ausführung durch den Kunstschmied Peter Bergmann, Edelstahlskulptur nach einem Gemälde von 1811 (oder 1819 ?) von Georg Friedrich Kersting (1785 – 1847): „Caspar David Friedrich in seinem Atelier“ – Werke des großen Malers des Zeitalters der Romantik Caspar David Friedrich finden Sie in unmittelbarer Nachbarschaft in der Gemäldegalerie Neue Meister im Albertinum -,

zwei Sphingen (ca. 1750 entstanden) von Gottfried Knöffler (1715 – 1779) vom spätbarocken Belvedere des Reichsgrafen Heinrich von Brühl, Premierminister Friedrich Augusts II.,

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Gartenanlage am Standort des Brühlschen Belvederes, ganz rechts eine der Sphingen von Gottfried Knöffler auf einem Postament

Böttgergedenkstele (1982) von Peter Makolies (geb. 1936 in Königsberg/Ostpreußen) mit einem Porträt Johann Friedrich Böttgers aus Meißner Porzellan zum Gedenken an die „Erfindung“ (Nacherfindung) des europäischen Hartporzellans in den Kasematten der Jungfern-, ab 1721 Venusbastei der Festung Dresden (Brühlsche Terrasse) durch den Apotheker und Alchimisten („Goldmacher“) Johann Friedrich Böttger (1682 – 1719) und den Universalgelehrten Ehrenfried Walther von Tschirnhaus (1651 – 1708) im Jahre 1708 oder 1709, die Böttgergedenkstele trägt die (umstrittene) Jahreszahl 1708,

nahe der 2001 eingeweihten neuen Synagoge am Hasenberg befindet sich in Form einer Menora (sechsarmiger Leuchter) ein Erinnerungsmal, 1975 aufgestellt, geschaffen von Friedemann Döhner (geb. 1938), zum Gedenken an die 1838 – 1840 errichtete Alte Synagoge von Gottfried Semper, die der Reichspogromnacht/Kristallnacht 09./10. November 1938 zum Opfer gefallen war

– die üblicherweise siebenarmige Menora hat nur sechs Arme, die an die sechs Millionen Opfer des Holocaust erinnern sollen,

an der Nordostecke der Brühlschen Terrasse ist seit dem Jahr 2000 eine Kopie des Moritzmonumentes, des ältesten erhaltenen Denkmals in Dresden, angebracht, das Original, entstanden kurz nach 1553, wird im Museum Festung Dresden im Inneren der Brühlschen Terrasse verwahrt, Entwurf: Caspar Voigt von Wierandt, gest. 1560, bildhauerische Ausführung: Hans Walther (II), geb. 1526. gest. 1586

– die älteste erhaltene Skulpturengruppe in Dresden, der Dresdner Totentanz, befindet sich in der Dreikönigskirche an der Hauptstraße in der Inneren Neustadt, unweit des „Goldenen Reiters“ (Reiterstandbild Kurfürst Friedrich Augusts I., genannt August der Starke) –

auf dem Moritzmonument dargestellt ist die Übergabe des Kurschwertes durch Herzog Moritz (1521 – 1553), der in der Schlacht bei Mühlberg 1547 an der Seite von Kaiser Karl V. die sächsische Kurwürde für die albertinischen Wettiner erworben hatte und der am 09.07.1553 in einem Gefecht bei Sievershausen von „dero eigenen Leuten“ versehentlich tödlich verwundet worden war, an seinen Bruder und Nachfolger in der Kurwürde August, hinter Moritz wartet eine Personifizierung des Todes, neben den Kurfürsten stehen, etwas kleiner dargestellt, deren Ehefrauen: Agnes von Hessen, die Gemahlin von Moritz, und Anna („Mutter Anna“), die Ehefrau von „Vater“ August, über dem Ganzen schwebt, göttliche Zustimmung und Segen verheißend, die Dreifaltigkeit,

Gebäudeschmuck am 1884 – 1887 für die Skulpturensammlung zum Albertinum umgebauten ehemaligen Zeughaus/Arsenal, heute Heimstatt der Gemäldegalerie Neue Meister mit dem Gerhard-Richter-Archiv und der Skulpturensammlung, 2010 nach mehrjähriger Rekonstruktion, die nach der „Jahrhundertflut“ von 2002 notwendig geworden war, neueröffnet,
Sandsteinfiguren: Bildhauerkunst mit Steinbildhauerei und Erzguss von Rudolf Hölbe (1848 – 1926) an der Nordseite, Herrscherruhm mit den Allegorien von Staatskunst und Kriegskunst an der Südseite von Richard König (1863 – 1937) sowie einer Saxonia mit der sächsischen Krone von Robert Ockelmann (1849 – 1915) an der Ostseite,

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Saxonia auf dem Albertinum

auf dem Neumarkt in unmittelbarer Nachbarschaft der Frauenkirche:

Lutherdenkmal von Adolf von Donndorf (1835 – 1916), 1885 errichtet unter Verwendung eines Kopfentwurfes von Ernst Rietschel, den dieser für sein Lutherdenkmal in Worms gestaltet, dann aber nicht verwendet hatte,

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Lutherdenkmal auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche

Figur des König Salomo aus dem Alten Testament (Sohn König Davids) 2005 an der Salomonisapotheke am Neumarkt als Kopie angebracht, das 1945 nach den Luftangriffen geborgene Original befindet sich im Inneren des Gebäudes,

am Neumarkt Denkmal König Friedrich Augusts II. (1797 – 1854, König ab 1836), in der rechten Hand hält dieser die sächsische Verfassungsurkunde von 1831, am Sockel Darstellungen der Herrschertugenden: Frömmigkeit mit Kreuz und Bibel, Weisheit mit Buch, Stärke mit Löwenfell und Keule sowie Gerechtigkeit mit Gesetzbuch und Schwert, Denkmal entworfen von Ernst Julius Hähnel gemeinsam mit Ernst Rietschel,

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Denkmal König Friedrich Augusts II.

an der Heinrich-Schütz-Residenz, am Standort des ehemaligen, 1945 zerstörten Wohnhauses des Sagittarius (1585 – 1672) der 1945 geborgene Kinderfries von Christoph Walther (I), geb. in Breslau, gest. 1546 in Dresden, Teile des Kinderfrieses waren schon in den 1960er Jahren an einem Neubau der damaligen Zeit im Altmarktgebiet angebracht worden,

am Jüdenhof, der unmittelbar neben dem Neumarkt liegt, das Johanneum, das 1872 – 1876 seine heutige Gestalt durch Karl Moritz Haenel erhalten hatte, am Johanneum Figur des Renaissancebildhauers Benvenuto Cellini von Christian Behrens (1852 – 1905), darunter ein Reliefbildnis Friedrich Augusts I. (August der Starke) vom 1945 zerstörten Palais Wackerbarth,

Friedens- oder Türkenbrunnen am Jüdenhof, 1616 entstanden, 1650 „Friedensbrunnen“ mit einer „Irene“ (Friedensgöttin) zum Dank für das Ende des Dreißigjährigen Krieges, 1683  Umwidmung zum „Türkenbrunnen“ mit Figur „Victoria“ von Conrad Max Süßner (um 1650 – nach 1696) zum Gedenken an den Entsatz von Wien im selben Jahr unter dem Oberbefehl des polnischen Königs Jan Sobieski und des Herzogs Karl V. von Lothringen, an dem auch ein sächsisches  Kontingent unter Führung von Kurfürst Johann Georg III. teilgenommen hatte, Abwehr des zweiten osmanischen Vordringens bis vor Wien unter Kara Mustafa, Schlacht am Kahlenberg am 12.9.1683,

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Blick vom Jüdenhof zum Neumarkt mit der Frauenkirche, links das Johanneum, rechts Türkenbrunnen mit der Victoria

Blick zum Turm des 1905 – 1910 errichteten Neuen Rathauses, auf dem Rathausturm der 1908 aufgestellte „Rathausmann“ von Richard Guhr (1873 – 1956), 1,7 Tonnen schwer, mit Sockel fünf Meter hoch, für den der Artist Ewald Redam (1884 – 1947) Modell gestanden hatte, in der linken Hand hält der „Rathausmann“ ein geleertes Füllhorn, aus dem er Glück und Segen über die Stadt gestreut hatte,

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Der „Rathausmann“ auf dem Turm des neuen Rathauses

der „Skulpturenrundgang historische Altstadt“ kann in Richtung Altmarktgebiet mit der Kreuzkirche und dem Neuen Rathaus fortgesetzt werden:

in der Weißen Gasse der Gänsediebbrunnen von 1878/79 von Robert Dietz (geb. 1844 in Pößneck, gest. 1922 in Dresden-Loschwitz) zur Erinnerung an Thomas Platter, der Anfang des 16. Jahrhunderts für ein Abschiedsmahl im Alumnat der Kreuzschule zwei Gänse geklaut haben soll,

Platter war später Rektor der Lateinschule in Basel – sinnigerweise ist im Gebiet: Weiße Gasse, Kreuzstraße und Gewandhausstraße in den letzten Jahren ein „Kneipenviertel“ entstanden, in dem sich Restaurant an Restaurant reiht,

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Gänsediebbrunnen

Skulptur „Bacchus, auf dem trunkenen Esel reitend“ (1910) von Georg Wrba (geb. 1872 in München, gest. 1939 in Dresden) vor dem Zugang zum Ratskeller im Neuen Rathaus,

vor dem Haupteingang des Neuen Rathauses mit vergoldeten Gittertoren zwei Bronzelöwen, ebenfalls 1910 von Georg Wrba geschaffen,

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Einer der zwei Bronzelöwen

auf dem Vorplatz an der Ostseite des Neuen Rathauses Denkmal der Trümmerfrau zum Gedenken an jene, vor allem waren es Frauen, da die Männer im Krieg geblieben oder noch in Kriegsgefangenschaft waren, die nach der Zerstörung der Innenstadt die Enttrümmerung besorgten und wiederverwendbares Baumaterial für den Wiederaufbau bereitstellten, 1952/1968 von Walter Reinhold (1898 – 1982) geschaffen, mit zur Faust geballten linken Hand und starr nach vorn gerichtetem Blick, so das Selbstverständnis und Sinnsuche des jungen DDR-Staates demonstrierend: optimistische Zukunftshoffnung (nach der vorangegangenen Katastrophe nur allzu verständlich), aber auch uns heute geradezu naiv erscheinende Fortschrittsgläubigkeit,

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Denkmal der Trümmerfrau vor dem Festsaalflügel des Neuen Rathauses

am Neuen Gewandhaus (1768 – 1770 errichtet, Wiederaufbau 1965 – 67), nördlich des Neuen Rathauses, barocker Wandbrunnen aus dem Innenhof des 1945 zerstörten Wohnhauses von Hofjuwelier Johann Melchior Dinglinger (1664 – 1731) auf der Frauenstraße 9 am Neumarkt, 1966 durch Werner Hempel (1904 – 1980) restauriert und hier aufgestellt.

Dauer Skulpturenrundgang historische Altstadt: ca. 2 Stunden, mit Altmarktgebiet mit Neuem Rathaus ca. 2,5 Stunden.

Anschließend Innenbesichtigung der Kreuzkirche möglich, Besichtigung des Stadtmodells der gegenwärtigen Stadt im Lichthof des Neuen Rathauses (gebührenfrei) oder Auffahrt auf den Rathausturm, den einzigen der Innenstadttürme, auf den man per Lift/Fahrstuhl ohne Treppensteigen gelangen kann,

oder Besichtigung der Modelle der alten Stadt im Stadtmuseum (Landhaus) an der Wilsdruffer Straße, Führungsgebühr im Stadtmuseum 15 Euro zuzüglich Eintrittspreis.

Ich freue mich auf Ihren Anruf zwecks individueller Absprache, Sie erreichen mich unter Tel.: 49 (0) 351/471 32 24!

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