Literaten in Dresden

11. Literaten in Dresden – Literaten über Dresden (Rundgang Innenstadt)

Route/Stationen:

Altmarkt – Neumarkt – Schloßstraße – Theaterplatz – Schloßplatz – Augustusbrücke – Neustädter Elbufer – Garten am Japanischen Palais – Palaisplatz – Königstraße – Societätstheater – Hauptstraße (Kügelgenhaus) – Albertplatz,

Dauer: ca. 3 Stunden.

Mit vergnüglichen und nachdenklichen Texten von Autoren, die in Dresden längere Zeit gelebt haben oder hier als Gäste weilten, unterwegs durch die Innere Altstadt und die (Innere) Neustadt.

(Der Rundgang kann reduziert werden auf die Altstadt – ca. 2 Stunden – oder die Innere Neustadt – ca. 1 Stunde.)

Beginn am Altmarkt. Am Haus Altmarkt/Ecke Kreuzstraße erinnert eine Gedenktafel daran, dass hier bis 1945 ein Haus gestanden hatte, in dem Ludwig Tieck gewohnt hatte, ab 1825 Dramaturg am Königlichen Hoftheater.

In der Ouvertüre“ zu seinem Roman Der Turm erinnert Uwe Tellkamp an den Kunstsalon am Altmarkt an der Altmarktwestseite, ‚damals‘ (ca. 1960 – 90) ein beliebtes Geschäft für Schallplatten mit Aufnahmen klassischer Musik, Noten-Neudrucken, Kunstliteratur, Grafiken und Gemäldereproduktionen.

Am Altmarkt im Kaufhaus von Schlesinger & Co. arbeitete Fräulein Nitzsche alias Strempel („oder Nichtstrempel“), wie Erich Kästner (geb. 1899 in Dresden) in seinen Kindheitserinnerungen Als ich ein kleiner Junge war im 10. Kapitel: Zwei folgenschwere Hochzeiten berichtet.

Literaten Dresden

Der Altmarkt im Jahre 1910, rechts hinten die Kreuzkirche, links hinten der Turm des Neuen Rathauses, in der Mitte des Altmarktes das Germania-Denkmal

„Die große Uhr schlug – Dresden … in den Musennestern / wohnt die süße Krankheit Gestern“ (Uwe Tellkamp, Der Turm, Geschichte aus einem versunkenen Land, Ouvertüre).

Die Ereignisse im Herbst 1989 im Zeitraum vom 3. bis zum 9. Oktober im Stadtzentrum Dresdens auf der Prager Straße und in den Innenstadtkirchen haben Uwe Tellkamp und Thomas Rosenlöcher literarisch bearbeitet.

Ernst Theodor Amadeus Hoffmann erzählt in seiner Novelle Der goldene Topf vom Schwarzen Tor, vom Linckeschen Bad, an dem er selbst, wie auch Carl Maria von Weber, als Kapellmeister tätig gewesen war, und von Antons Garten.

„In dem Erker eines schönen Hauses auf dem Neumarkt“ saß „die Frau Hofrätin Heerbrand wirklich … und schaute lächelnd auf die Elegants hinab, die vorübergehend und hinauflorgnettierend sprachen: >Es ist doch eine göttliche Frau, die Hofrätin Heerbrand!<“ (Der goldene Topf, Eilfte Vigilie).

Johann Wolfgang v. Goethe bestieg 1768 die Kuppel der Frauenkirche und sah die Zerstörungen, die das Bombardement der Artillerie Friedrichs des Großen im Juli 1760 im Siebenjährigen Krieg angerichtet hatte, besonders im östlichen Teil der Festung Dresden und der Pirnaischen Vorstadt.

An der neuen Kreuzkirche war bereits seit 1764 gebaut worden.

In der Salomonisapotheke am Neumarkt hatte Theodor Fontane vom 1. Juli 1842 – Ende März 1843 bei Friedrich Adolph August Struve einen Teil seiner Ausbildung zum Apotheker absolviert.

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Der Neumarkt mit der Frauenkirche und Fassadenrekonstruktionen barocker Bürgerhäuser

Ingo Schulze schreibt in seinem Essay „Ich war begeisterter Dresdner“ – Abschnitt: „Kulissen„:

„Je näher ich der Frauenkirche kam, umso mehr schien sie sich zu verwandeln, um dann, vom Neumarkt aus betrachtet, zu ihrer eigenen Wachsfigur zu erstarren … Vielleicht gibt es für die neue Frauenkirche doch noch die Möglichkeit zu altern, die Hoffnung, dass ihr Odem eingehaucht wird, ihr Antlitz Lebendigkeit gewinnt. Aber diese Attrappen um sie herum, >die ohne einen alten Stein uns den Fortbestand des Alten heucheln?

… Diese Attrappen sind ein grauenvoller Spiegel unseres Mangels an Eigensein.< (Franz Fühmann, Ende der 1970er Jahre über DDR-Architektur – d. Verf.) … Plötzlich blickte ich dankbar auf den Kulturpalast und auf die Rückfront des … Häuserriegels der früheren Ernst-Thälmann-Straße, nun wieder Wilsdruffer Straße, weil aus ihnen noch ein historisch fassbarer Bezug, eine konkrete Zeit sprach … Die Häuserfront des Dresdner Altmarkts, diese Melange aus Stalinismus und Barock, erscheint mir im Vergleich zu dem neuen Potemkinschen Dorf geradezu souverän…

Was ist das für ein Geist, der aus Dresden ein Märchen machen will, und es damit der Geschichts- und Gesichtslosigkeit preisgibt?“ (So weit Ingo Schulze.)

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Fassadenrekonstruktionen barocker Bürgerhäuser am Neumarkt

Dem Dresdner Romanisten Victor Klemperer, Dokumentarist der LTI, der bis zum Zwangsumzug in ein Dresdner Judenhaus im Stadtteil Dresden-Dölzschen gewohnt hatte, rettete das Chaos nach den Bombenangriffen am 13. und 14. Februar 1945 das Leben: Ihm und seiner (‚arischen‘) ersten Frau Eva Klemperer gelang die Flucht aus Dresden in Richtung Erzgebirge, Vogtland und weiter nach Bayern, was ihn vor der drohenden Deportation bewahrte.

Wahrscheinlich nach dem ersten Angriff am Abend des 13. Februars 1945 hatten die Klemperers sich kurzfristig in der Nähe vom Albertinum/der Brühlschen Terrasse aus den Augen verloren, sich dann aber wiedergefunden.

Ernst Barlach (Bildhauer, Grafiker und Schriftsteller) studierte von 1891 bis Mai 1895 bei Robert Diez an der Dresdner Kunstakademie an der Brühlschen Terrasse. Einem Freund schrieb er: „Schön ist Dresden, dieses ‚deutsche Florenz‚, das muß ihm der blasse Neid lassen!“

In seinem Buch „Als ich ein kleiner Junge war“ erzählt Erich Kästner im ‚Vorwort‘ („Kein Buch ohne Vorwort“) von einem Spaziergang des letzten sächsischen Königs Friedrich August III. („der Letzte“ – d. Verf.) über die adventliche Prager Straße, den Altmarkt, die Seestraße und die Schloßstraße zu „seiner viel zu großen Wohnung“ im „Schloss„.

Ludwig Renn setzt sich in „Adel im Untergang“ mit der Monarchie in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg auseinander.

James Fenimore Cooper, der Schöpfer der Lederstrumpf-Erzählungen, kam während seiner sieben Jahre dauernden Europa-Tour 1830 nach Dresden und wohnte von Mai bis August im Hotel de Pologne (1945 zerstört) an der Schloßgasse (später Schloßstraße). In seinen „Erinnerungen aus Europa“ (1837) befand er das Leben in Dresden als „enorm preisgünstig“, die Dresdner aber als „träge und alles andere als unternehmungslustig“.

Heinrich Mann war von 1889 – 1891 Buchhändlerlehrling bei Zahn & Jaensch an der Schloßstraße.

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Die Schloßstraße vom Altmarkt aus, links hinten das Residenzschloss („die viel zu große Wohnung“), rechts der Georgenbau mit dem Georgentor, dahinter der Turm der Kathedrale Ss. Trinitatis (ehemalige Hofkirche), ganz rechts ein Teil der Fassade des Kulturpalastes am Altmarkt

Hofkapellmeister Richard Wagner hatte die Texte seiner Bühnenwerke selbst geschrieben. Für Richard Strauss wirkten vor allem auch der Schöpfer des „Jedermann„, Hugo von Hofmannsthal, und Stefan Zweig, der Autor der „Sternstunden der Menschheit„.

Eine der angenehmen Sternstunden der Operngeschichte war es sicher, als im Königlichen Hoftheater (der Semperoper) zum ersten Male im „Rosenkavalier“ die goldene Rose überreicht worden war.

Ossip Kalenter wuchs zunächst in der Conradstraße 18 in der Dresdner Äußeren Neustadt auf, ab 1901 Circusstraße 39 (1945 zerstört), 1902 – 04 Wettinerstraße 5 (zerstört), 1904 – 1913 Manteuffelstraße 6 (zerstört), 1914 – 1920 Bayreuther Straße 3 (zerstört) und besuchte von 1908 – 1920 das Dreikönigs-Gymnasium (1945 zerstört) auf der Arnimstraße 17 (heute Wigardstraße).

In „Das goldene Dresden“ schrieb Ossip Kalenter über den Theaterplatz: „Eine Symphonie von Lieblichkeit ist um dich her: die Hofkirche im Allegro (non tanto) des Barock, die Gemäldegalerie in venezianischem Andante, das Schloss eine Sarabande in deutscher, das Opernhaus ein Moderato in italienischer Renaissance.“

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Darstellung Johann Wolfgang von Goethes an der Eingangsseite zum Theaterplatz am „Königlichen Hoftheater“ in Dresden, der heutigen Semperoper

Geht man über die Augustusbrücke von der Altstadt zur Inneren Neustadt, geht der Blick elbabwärts zum Elbhang (Lößnitzhang) über Radebeul, wo Karl May viele Jahre gelebt und gearbeitet hatte. – Winnetou, Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi sind „gebürtigeRadebeulerRand-Dresdner sozusagen!

Zum Karl-May-Museum in Radebeul gehören die Villa Shatterhand und die Villa Bärenfett.

Elbabwärts liegen auf der Altstädter Elbseite die Friedrichstadt und das Ostragelände mit dem ehemaligen Städtischen Schlachthof. Der US-amerikanische Autor Kurt Vonnegut Jr. hatte dort als Kriegsgefangener die Bombenangriffe auf Dresden am 13. und 14. Februar 1945 erlebt. Literarisch verarbeitet hat er sie in seinem Roman „Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug„. („So geht das…“)

Elbaufwärts geht der Blick von der Augustusbrücke zu den Elbschlössern, zum Stadtteil Oberloschwitz und zum Weißen Hirsch, dem „Turm“ von Uwe Tellkamp, dem Waldgebiet Dresdner Heide, und zum Dresdner Fernsehturm in Oberwachwitz.

E. T. A. Hoffmann schreibt in „Der goldene Topf„, Erste Vigilie: „Dicht vor ihm (Anselmus, d. Verf.) plätscherten und rauschten die goldgelben Wellen des schönen Elbstromes, hinter demselben streckte das herrliche Dresden kühn und stolz seine lichten Türme empor …, und aus tiefer Dämmerung gaben die zackichten Gebirge Kunde vom schönen Böhmerlande.“

Die beindruckensten Aussichten über die Stadt bis ins Osterzgebirge und zum Hohen Schneeberg, dem höchsten der Tafelberge im Elbsandsteingebirge, in der Böhmischen Schweiz in der Tschechischen Republik gelegen, kann man von der Terrasse des Lingnerschlosses (Villa Stockhausen) oder auch von den Aussichtspunkten im Schönfelder Hochland aus erleben.

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Dresden, Altstadtansicht elbabwärts vom Neustädter Elbufer aus, am Terrassenufer Schiffe der Sächsischen Dampfschifffahrt

Auf dem Weißen Hirsch wohnte Martin Andersen Nexø. Am Anfang des 20. Jahrhunderts weilten dort als Kurgäste des Kurbades Weißer Hirsch Thomas Mann, Franz Kafka und Oskar Kokoschka. Gerhart Hauptmann hatte in Blasewitz gewohnt und erlebte als Patient in Weidners Sanatorium am Wachwitzer Höhenpark die Luftangriffe auf Dresden am 13. und 14. Februar 1945. Es entstand sein Text: „Wer das Weinen verlernt hat, der lernt es wieder beim Untergang Dresdens …“.

in der Nähe des Fernsehturmes in Oberwachwitz wohnte Volker Braun. Thomas Rosenlöcher „lag im Garten bei Kleinzschachwitz“ (1982). Heinz Czechowski schrieb:

Elbwiesen

Ein Terrain für Voyeure, auch unfreiwillige, / Wie ich.

Wiesenwege, / Wie aus der Schule von Barbizon, dahinter / Ein aufgehender Mond / Mit einem graugrünen Hof.

Hier hat selbst die Gegenwart / Einen Grad der Vollkommenheit, / Der mich beunruhigt.“

Schaut man von der Augustusbrücke auf die Altstadt zurück, bietet es sich an, an ein Gedicht von Durs Grünbein zu denken: „Gedicht über Dresden“ (1991) –

„ein bissiger Abgesang auf das alte Dresden“ (Renatus Deckert), „das Barockwrack an der Elbe“:

„Auch Dresden ist ein Werk des Malerlehrlings / Mit dem in Wien verstümperten Talent / Der halb Europa seinen Stilbruch aufzwang. / In diesem Fall ergab sich wie von selbst / Die Technik flächendeckender Radierung / Durch fremde Bomber, Meister ihres Fachs / In einer Nacht mit schwarzem Schnee im Februar.“

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Blick von der Marienbrücke auf die historische Innenstadt, im Vordergrund die Elbe, links die Augustusbrücke, darüber die Kunstakademie an der Brühlschen Terrasse, in der Bildmitte die Frauenkirche am Neumarkt, dann das Neue Ständehaus am Schloßplatz, die Kathedrale Ss. Trinitatis, im Hintergrund der Turm des Neuen Rathauses am Altmarkt, dann rechts der Hausmannsturm des Residenzschlosses, ganz rechts das Bühnenhaus der Semperoper

Geht man von der Augustusbrücke nach Westen, am besten an der Elbe mit dem Canalettoblick entlang, gelangt man zum Standort des Wohnhauses von Christian Gottfried Körner, dem Vater von Carl Theodor Körner, zwischen dem Hotel The Westin Bellevue und dem Japanischen Palais gelegen. Zwei Gedenktafeln erinnern an die Familie Körner. Carl Theodor Körner, Freischärler und Dichter in den Befreiungskriegen gegen Napoleon, Schöpfer des Textes des Chorstückes „Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd„, hatte hier seine Kindheit verlebt/erlebt.

Als Gast weilte oft im Hause der Körners und auch in deren Weinberghaus („Schillerhäuschen„) in Loschwitz Friedrich Schiller. Hier in Dresden entstand die Ode An die Freude„, wohl dem Freund Körner zugedacht, von Ludwig van Beethoven zum Text des Finales seiner Neunten Sinfonie bestimmt. Im Weinberghaus der Körners in Loschwitz hat Friedrich Schiller an seinem Don Karlos gearbeitet.

Heinrich von Kleist lebte von 1807 – 1809 in Dresden und gründete hier 1808 die Zeitschrift Phöbus.

Friedrich von Schlegel lebte 1794 – 1796 und 1828 – 1829 in Dresden, gest. am 12.01.1829 hier in Dresden. Begraben ist er auf dem Alten katholischen Friedhof in der Friedrichstadt.

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Das Japanische Palais

An einem Grundstück an der Königstraße im Barockviertel in der Inneren Neustadt erinnert eine Gedenktafel daran, dass hier Johann Joachim Winckelmann gewohnt hatte, Bibliothekar des Grafen Heinrich von Bünau auf Schloss Nöthnitz bei Bannewitz und Begründer der Kunstgeschichte als eigenständiger Wissenschaftsdisziplin.

In der nunmehrigen Kunsthandwerker-Passage an der Neustädter Hauptstraße im Barockviertel befindet sich das Sozietätstheater, am Ende des 18. Jahrhunderts von einer Vereinigung Dresdner Bürger zur „Bildung und Besserung“ des Bürgertums geschaffen.

In Kamenz, nördlich von Dresden gelegen, hatte Gotthold Ephraim Lessing, der Schöpfer von Nathan der Weise, das Licht der Welt erblickt. In Meißen hat er, wie auch schon vor ihm Christian Fürchtegott Gellert, die Fürstenschule St. Afra besucht.

In Laubegast, heute ein Stadtteil von Dresden, elbaufwärts gelegen, wirkte „die Neuberin„. Auf dem Friedhof in Leuben ist sie begraben.

An der Hauptstraße der Neuen Königsstadt bei Dresden (der nunmehrigen Inneren Neustadt) steht das Kügelgenhaus, auch Gottes-Segen-Haus genannt nach der Inschrift an der Fassade: „An Gottes Segen ist alles gelegen“, heute Museum der Dresdner Romantik, Wohnhaus der Familie des Malers des Zeitalters der Romantik Gerhard von Kügelgen, in dem auch dessen Sohn Wilhelm von Kügelgen aufwuchs, Autor der Jugenderinnerungen eines alten Mannes (1870 veröffentlicht).

An Friedrich Schiller erinnert ein Denkmal an der Hauptstraße unweit des Albertplatzes, geschaffen von Selmar Werner, enthüllt am 9. Mai 1914, Friedrich Schiller antikisierend darstellend. Die Dresdner nennen es – vornehme Variante: „Schiller im Bade“ – oder salopp: „Schiller in der Badewanne„.

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Das Schillerdenkmal an der Hauptstraße in Dresden

An der Nordseite des Albertplatzes, dort, wo die Alaunstraße auf die Bautzner Straße trifft, erinnert ein Denkmal an den „kleinen Jungen“ Erich Kästner, der in der Neustadt aufgewachsen war. Im Haus Königsbrücker Straße 66 wurde er geboren. Die Gedenkstele ist 1,60 Meter hoch, so groß, wie Erich Kästner klein war. Eine bronzene Kaffeetasse erinnert an den leidenschaftlichen Kaffeehaus-Gänger. Gestapelte Bücher tragen die Titel seiner Werke. Obenauf liegt der obligatorische Hut. Das aufgeschlagene Buch vorn unten trägt rechts den Kästner-Text: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, links die Lebenseckdaten (geb. 23.02.1899 in Dresden, gest. 29.07.1974 in München) des Schriftstellers. Signiert ist das Kästner-Denkmal mit „W E K 1987“ – Wolf-Eike Kuntsche.

Schräg gegenüber, an der Westseite des Albertplatzes, steht die Villa Augustin, jetzt Erich-Kästner-Museum. Auf der Grundstücksmauer erinnert die Skulptur eines ‚kleinen Jungen‘ an Erich Kästner, der hier oft bei seinem cholerischen Onkel, dem Pferdehändler Augustin, zu Besuch war.

In der Äußeren Neustadt hatte im 19. Jahrhundert der polnische Exiliant Jozef Ignacy Kraszewski gewohnt, ihm ist das Kraszewski-Museum auf der Nordstraße 28 gewidmet.

Oskar Kokoschka kam 1916 kriegsverwundet als Kurgast nach Dresden und war von 1919 bis 1924 Professor an der Dresdner Kunstakademie. Am 3. Juni 1917 wurden im Albert-Theater am Albertplatz seine Dramen: „Hiob„, „Der brennende Dornbusch“ und „Mörder, Hoffnung der Frauen“ uraufgeführt.

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Das Erich-Kästner-Denkmal am Albertplatz

Auf der Kaitzer Straße 4 in der Dresdner Südvorstadt wohnte von 1866 – 1869 der Abenteuer- und Reiseschriftsteller Friedrich Gerstäcker.

Fjodor Michailowitsch Dostojewski besuchte Dresden erstmals 1867, von August 1869 – 5.7.1871 lebten Dostojewski und seine Frau dauerhaft in Dresden, ihre Tochter wurde hier geboren und in der russisch-orthodoxen Gemeinde getauft.

In Helleraubei Dresden“ lebten und wirkten Jakob Hegner und Paul Adler. Peter de Mendelssohn verlebte hier im Haus seines Vaters Georg von Mendelssohn 1910 – 1926 prägende Kinder- und Jugendjahre. Essays, in denen er über diese Zeit berichtet, sind 1993 gesammelt unter dem Titel „Hellerau – mein unverlierbares Europa“ veröffentlicht worden.

Karl Gjellerup hatte Dresden seit 1884 mehrfach besucht, seit 1892 wohnte er in Dresden-Klotzsche, dort, auf dem Alten Friedhof, ist er auch begraben.

Reinhold Schneider kam 1921 nach Dresden und war zunächst Lehrling, dann bis 30.06.1928 angestellt als Kaufmann in der Kunstanstalt Stengel & Co. auf der Bärensteiner Straße 29 im Dresdner Osten. Jakob Hegner in Hellerau veröffentlichte Reinhold Schneiders erstes Buch: „Das Leiden des Camóes oder Untergang und Vollendung der portugiesischen Macht„.

Von Mai 1929 bis Januar 1931 wohnte Reinhold Schneider auf der Calberlastraße 1b in Dresden-Loschwitz. März/April 1940 verbrachte er in Weidners Sanatorium auf der Malerstraße 31 in Oberloschwitz.

Auguste Lazar kam 1920 als Ehefrau des Mathematikprofessors Karl Wieghardt nach Dresden. Sie gehörte zum Bekanntenkreis des Malerehepaares Lea und Hans Grundig und von Victor Klemperer. Sie lebte in der Johannstadt, dann in Gruna, ging 1939 in englisches Exil, aus dem sie 1949 nach Dresden zurückkehrte und dann auf der Donndorfstraße 41 in Dresden-Strehlen wohnte. Begraben ist sie auf dem Heidefriedhof.

Karl Mickel wurde in Dresden geboren und lebte bis zum Beginn seines Studiums in Dresden-Gorbitz. In „Dresdner Häuser“ (1965) schrieb er: „Das neue Leben blüht nicht aus Ruinen / Da blüht Unkraut, Unkraut / Muß weg, eh Neues hinkann: kein Baum / Ist mehr als mannshoch, wo späte Eile / Wohnraum hinsetzt, kahle Häuser, reizlos / Eins wie’s andre …“.

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Literatur (Auswahl):

Czechowski, Heinz, Elbwiesen, aus: Die Zeit steht still, ausgewählte Gedichte, ausgewählt und mit einem Nachwort versehen von Alexander Nitzberg, Grupello Verlag, Düsseldorf, 2000,

Deckert, Renatus, Auf eine im Feuer versunkene Stadt, Dresden im Gedicht seit 1945, in: Mythos Dresden, Faszination und Verklärung einer Stadt, Dresdner Hefte, 23. Jahrgang, Heft 84, 4/05, hrsg. vom Dresdner Geschichtsverein e. V., Dresden, 2005,

Hoffmann, E. T. A., Der goldene Topf, Ein Märchen aus der neuen Zeit,

Kästner, Erich, Als ich ein kleiner Junge war,

Kügelgen, Wilhelm von, Jugenderinnerungen eines alten Mannes,

Mendelssohn, Peter de, Hellerau – mein unverlierbares Europa, Hellerau-Verlag, Dresden, 1993,

Schulze, Ingo, Ich war begeisterter Dresdner, Kulissen, in: Mythos Dresden, eine kulturhistorische Revue, hrsg. vom Deutschen Hygiene-Museum Dresden, Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Berlin, 2006,

Tellkamp, Uwe, Der Turm, Geschichte aus einem versunkenen Land, Roman,

Weiß, Norbert und Wonneberger, Jens, Literarisches Dresden, 2., erweiterte und aktualisierte Auflage, Verlag Jena 1800, Berlin, 2008.